[RePost vom 11.02.2023]
Vor einer Weile habe ich allen 40+,50+, 60+ Menschen meiner Instagram Community folgende Frage gestellt: Was würdet ihr eurem jüngeren ICH heute gerne sagen? Mit der Erfahrung, die ihr heute habt. Was würdet dieser jüngeren Version von euch selbst gern mit auf dem Weg geben, wenn ihr könntet? Die Resonanz darauf war überwältigend. Damit hatte ich in dieser Masse nicht gerechnet… oder vielleicht irgendwie doch.
Da meine Insta-Community zu 92% aus Frauen besteht, waren es allesamt weibliche Stimmen, die dort in den Kommentaren, in persönlichen Nachrichten und eMails sichtbar wurden. Und was sie schrieben, berührte mich zum Teil sehr. Denn viele der Antworten auf meine Fragen machen deutlich, wie oft gerade Frauen dazu neigen, sich selbst immer wieder hinten an zu stellen. Wie oft sie sich darüber definieren, was andere Menschen über sie denken oder sagen (könnten). Oder was die Gesellschaft von ihnen erwartet und sie ihren eigenen Selbstwert davon abhängig machen. Frauen machen sich viel zu selten zur Hauptperson in ihrem eigenen Leben. Und das machte mich beim Lesen ehrlich gesagt sehr traurig.
Dies ist leider keine wirkliche Überraschung. Von klein auf werden Mädchen und weiblich gelesene Kinder vor allem als rücksichtsvolle, höfliche, zurückhaltende, sanfte, hilfsbereite, angepasste, fleißige und liebenswürdige Wesen sozialisiert. Nicht zu vergessen, dass wir natürlich auch adrett und hübsch sein sollen und auch vorwiegend für diese Eigenschaften gelobt werden. Wir sollen bitte möglichst alle künstlich erfunden Gender-Stereotypen erfüllen, die die Gesellschaft in einem patriarchalen System von uns „erwartet“. Und viele von uns werden richtig gut im Erfüllen von Erwartungen! Es wird uns ja von früh auf eingetrichtert, dass wir uns selbst zurücknehmen, dass wir Fürsorgerinnen sind, damit alles läuft. Und dabei verlieren wir uns ganz leicht selbst.
Ich möchte hier heute die Stimmen von über 200 Frauen einen Platz geben, die ihre Gedanken zu dieser Frage mit mir geteilt haben. Um sie sichtbar zu machen und auch als Denkanstoß, denn aus den Zeilen könnten wir alle eine Menge über Selbstverständnis und auch Selbstfürsorge lernen. Continue Reading